Die Sitten und Bräuche der Donauschwaben sind Teil der gesamtdeutschen Kultur. Diese wollen wir pflegen, fördern und an die heutige Zeit angepasst weiter entwickeln. Bei den Donauschwaben hatten die Traditionen, die sie aus der Urheimat im Südwesten Deutschlands, mit nach Südosteuropa brachten und weiterpflegten, von je her einen großen Stellenwert. Viel altes Volksgut, väterlicher Brauch und Ahnentreue hat sich bei ihnen, in einem nichtdeutschen Umfeld zwischen Slawen, Madjaren und Rumänen, mehr als anderswo erhalten.

Dieses deutsche Volkstum ist stark mit dem "ur-"schwäbischen verwandt. Zwar waren unter den vielen schwäbisch-allemanischen Vorfahren, auch viele Pfälzer und Lothringer, es wäre aber nicht ganz richtig, den Schwabennamen nur als Decknamen anzusehen. Denn in Wirklichkeit stammte z. B. ein großer Teil der deutschen Bewohner in der Batschka, aber auch im Banat aus den schwäbisch-allemanischen Gebieten Südwestdeutschlands am oberen Rhein und der Donau. Das zeigt deutlich die Namensforschung und die Herkunftsforschung. Im Siedlungsgebiet um Sathmar stammten z. B. fast alle Deutschen aus dem württembergischen Oberschwaben. Auch von der Schwäbischen Alb (der "Rauhen Alb") aus begaben sich viele auf der Ulmer Schachtel (Zille), die Donau abwärts, in die verschiedenen Siedlungsgebiete der Donauschwaben.

Die durch Flucht und Vertreibung nach dem 2. Weltkrieg und durch Aussiedlung nach Deutschland zurück gekommenen Donauschwaben setzen sich ca. zu je einem Drittel aus Jugoslawiendeutschen, Ungarndeutschen, und Rumäniendeutschen zusammen. Insgesamt stammen sie aus 7 Hauptsiedlungesgebieten in Südosteuropa:

  1. Das Banat - Heimat der Banater Schwaben
  2. Die Batschka - Heimat der Batschkaer Schwaben
  3. Sathmar - Heimat der Sathmarer Schwaben
  4. Syrmien (serb. Srem) - Heimat der Syrmiendeutschen
  5. Slawonien - Heimat der Slawoniendeutschen
  6. Die Schwäbische Türkei - Heimat der Deutschen aus den Komitaten Tolnau (ung. Tolna), Schmodei (ung. Smogy) und Branau (ung. Baranya, kroat. Baranja)
  7. Das Ungarische Mittelgebirge - Heimat der Deutschen des Buchenwaldes (ung. Bakony), Schildgebirges (ung. Vértes) und des Ofener Berglandes



Kirchweih 1996 Trachtengruppe

Kindergruppe

Salzkipfel

Gruppe

Wer sind die Donauschwaben? - Geschichte der Donauschwaben

Die eigentliche Geschichte der Donauschwaben begann nach dem Ende der Türkenherrschaft (1526 bis 1686). Die habsburgischen Herrscher, die zu dieser Zeit sowohl römisch-deutsche Kaiser als auch Könige von Ungarn (zu dem damals u. a. auch weite Teile des heutigen Serbiens, Rumäniens und Kroatiens gehörte) waren, wollten aus den menschenleeren und verwüsteten Landschaften Pannoniens (erstreckt sich im Wesentlichen auf Ungarn, Rumänien und das ehemalige Jugoslawien) einen neuen Lebensraum gestalten.

Unter Karl VI., Maria Theresia und Joseph II. kamen die deutschen Siedler in drei großen und in vielen kleinen "Schwabenzügen" in die pannonischen Landschaften. Die Einwanderung dauerte über ein Jahrhundert. Anfangs überwogen die schwäbischen Zuwanderer, später gesellten sich auch viele Franken, Bayern, Elsässer, Lothringer, Pfälzer, Hessen und andere hinzu. Die Vorfahren der Donauschwaben sind eigentlich gar nicht ausgewandert, denn sie wechselten bei ihrer Ansiedlung nur von einem Hoheitsgebiet des deutschen Kaisers in ein anderes (Deutscher Kaiser gleichzeitig König von Ungarn)! Erst nach dem Zusammenbruch des ersten Deutschen Reiches (Heiliges Römisches Reich Deutscher Nation) und der zweiten Reichsgründung 1871 unter preußischer Führung und somit ohne Österreich wurden sie zu Auslandsdeutschen. Die Donauschwaben haben in Pannonien aus verlassenen und verödeten Gebieten die Kornkammer der Donaumonarchie (Österreich-Ungarn) geschaffen.

Nach dem 1. Weltkrieg brach Österreich-Ungarn zusammen und ihre Siedlungsgebiete wurden auf Jugoslawien, Rumänien und Ungarn aufgeteilt. So wurden sie zu nationalen Minderheiten in diesen drei Nachfolgestaaten. Die zugesicherten Minderheitenrechte wurden in den einzelnen Ländern nicht oder nur in sehr geringem Umfang gewährt. Die gesamten donauschwäbischen Siedlungsgebiete zählten um 1918 über 1,5 Mio. Deutsche. Die Siedler werden seit den 20er Jahren unabhängig ihrer Herkunft "Donauschwaben" genannt.

Am Ende des 2. Weltkrieges begann für die Donauschwaben ein schrecklicher Leidensweg. Tod, Vernichtung, Vertreibung und Aussiedlung haben die Existenz der Donauschwaben in Südosteuropa weitgehend beendet. Ihre Nachfahren leben heute in einer beispiellosen Zerstreuung auf der ganzen Welt. Die Mehrzahl hat jedoch in Deutschland, vorwiegend in der "Urheimat" Baden-Württemberg, das 1954 die Patenschaft über die gesamte Volksgruppe übernahm, eine neue Heimat gefunden.